Liebe Gottesdienstinteressierte,

die Gottesdienste finden um 10 Uhr in der Kniebiser Kirche statt.

Herzliche Grüße - Pfarrer Stefan Itzek

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Erntedank 2022

Musik zum Eingang

Votum/Begrüßung/Wochenspruch Psalm 145, 15:

Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.

Lied 322, 1-4 – Nun danket all

Psalmgebet 104

Lobe den HERRN, meine Seele!

HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich;

du bist schön und prächtig geschmückt.

Licht ist dein Kleid, das du anhast.

Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich; der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, dass es bleibt immer und ewiglich.

Du feuchtest die Berge von oben her,

du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.

Du lässest Gras wachsen für das Vieh

und Saat zu Nutz den Menschen,

dass du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz

und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.

Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.

Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.

Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue sich seiner Werke!

Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!

G Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, …

Gebet zum Eingang - Stilles Gebet

Lied 508, 1-2 – Wir pflügen und wir streuen

5.Mose 8,7-18 - Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe, die aus den Bergen und in den Auen fließen, ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat. So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte. Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist's, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist.

Lied 322, 5-9

Fürbittengebet – Vaterunser - Segen

Musik zum Ausgang

 

Impuls: Vergiß es - Vergiß es nicht!

 

Was dürfen wir vergessen,

was sollten wir nicht vergessen?

 

Was wir alles vergessen dürfen

 

1. Es ist schön, dass ein Abendlied uns dazu einlädt dazu, alles Schwere des Tages im Schlaf zu vergessen. Und auch, wenn viele sagen würden: Der Schlaf war zu kurz. Die Sorge des Lebens ist noch da. Gott hat uns den Schlaf gegeben, dass er uns in ihm unsere Seele sortiert.

 

2. Viele Bilder, Denkmäler und Reliefs von der Antike bis in die Moderne haben Könige dargestellt, die erfolgreiche Kriegsherren waren und ein eigenes Reich aufgebaut haben.

Viele von diesen Denkmälern wurden längst abgebaut, zerstört oder eingemottet. Sie geraten wie von selbst in Vergessenheit, und das ist gut so; denn warum sollen wir immer weiter an Führer denken, die unendliches Leid über die Völker gebracht haben?

Und das gilt auch im Kleinen. Gott will uns helfen die Demütigungen zu vergessen, die uns von anderen zugefügt worden sind. Wir müssen ihnen kein Denkmal setzen.

 

Was wir nicht vergessen  sollten

 

Dagegen ist es gut, dass wir Bilder an die Wand hängen, die uns an liebe Menschen erinnern, an Zeiten, wo Liebe war und Frieden. Es ist gut, wenn wir Naturbilder an die Wände hängen, die von einer heilen Schöpfung erzählen.

 

Mose konnte das nicht. Die Israeliten wohnten in Zelten und waren immer noch auf dem Weg.

Deshalb malte er den Israeliten den Traum von der kommenden heilen Welt Gottes in die Herzen. Und das ist gut so.

Denn was wäre, wenn da in uns kein Hoffnungsbild mehr wäre? Was wäre, wenn wir uns nicht an gute Zeiten erinnern könnten, die Gott uns trotz allem einmal geschenkt hat?

 

„Wer jene Hoffnung gab verloren und böslich sie verloren gab, der wäre besser ungeboren; denn lebend wohnt er schon im Grab.“ So hat Gottfried Keller das einmal gedichtet vom verlorengegangenen Traum der heilen Welt.

 

Die heile Welt Gottes – das ist kein Kitsch, das ist ein unbedingt notwendiges Bild, das unserer Seele Nahrung gibt bis zum Schluss.

 

Was dürfen wir vergessen,

was sollten wir nie vergessen?

 

Wir dürfen die Botschaften der Welt und ihrer Mächtigen vergessen, die uns lähmen und unsere Hoffnung töten.

„Malt den Teufel nicht an die Wand!“

Lasst die apokalyptischen Angstbilder nicht groß werden in eueren Herzen!

Vergesst nie: Gott ist der Herr der Welt.

Das ist der Glaube, der selbst die Angst vor der atomaren Bedrohung besiegen kann; denn Jesus Christus hat nicht nur den Tod am Kreuz besiegt, sondern auch alle, die mit der Angst vor dem Tod ihre Macht in der Welt vergrößern wollen. Das sollten wir nie vergessen.

 

Gut dazu passt auch die Losung vom 1.10.2022: Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten. Jesaja 53,5

 

Ich habe dazu geschrieben:

 

„Durch Jesus sind wir geschützt vor allen Angriffen des Bösen: Den bösen Blicken, den bösen Worten und Schlimmerem. Wir haben durch ihn und durch seine liebevollen Zusagen ein Gegengift gegen die Gedanken über uns selbst, die unser Inneres vergiften wollen. Er hat die bedrückende Vorstellung, dass wir vor Gott das Schlimmste verdient haben, am Kreuz zerstört.

 

Wir wissen um seinen Frieden in allem Unfrieden.

Nichts kann uns verdammen, weil er uns frei gesprochen hat.

Kein Fluch lastet mehr auf allem Leben.

 

Wir sind frei dazu, uns trotz allem wieder für das Gute zu entscheiden und ihm zu dienen.

 

Schön wäre es, wenn diese gute Botschaft, die vom Kreuz ausstrahlt, in unserem Herz, in unserer Seele, in unseren Träumen, in unserem Verstand und vielleicht auch ein wenig in unserem Verhalten ankommen würde.“     

 

 

 

 

 

 

Losung und Lehrtext für Ostermontag, den 18. April 2022


Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein. 1. Könige 8,29


Am Abend dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Johannes 20,19

 

Wo die Mauern des Tempels längst verfallen sind, wohnt dennoch Hoffnung und wartet auf Erfüllung.
Wo nur noch weltabgeschiedene Trauer wohnen soll, tritt Jesus ein und spricht: Friede sei mit dir!
Wo er das sagt, da wird Frieden.

 

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Ostersonntag

Frieden nach allem Leid

 

Immer wieder schenkte der Glauben Frieden:

 

Es war der Frieden der ersten Schöpfung im Paradies – dort, wo es keinen Krieg zwischen den Menschen gab, kein Töten im Tierreich und keine Naturkatastrophen. Alles war gut: So sah es der Schöpfer des Himmels und der Erde.

 

Dieser Frieden ging verloren. Wir leben jenseits von Eden, jenseits vom Paradies.

 

Doch Gott schenkte denen, die er segnete, immer wieder friedliche Zeiten.

 

Abraham, mit dem die Glaubensgeschichte begann, fand Frieden, wenn er auf seinem Weg ins verheißene Land nach langen Strecken an einem vorläufig sicheren Ort ankam und Gott seinen Altar im freien Feld bauen konnte.

Er fand Frieden, wenn Gott ihm in der Nacht die Sterne zeigte und sagte: So zahlreich wie die Sterne sollen deine Nachkommen sein. Und nach langem Leben durfte er lebenssatt sterben.

In diesem Glauben fanden viele andere auch immer wieder ihren Frieden trotz aller Schwere ihrer Zeiten.

 

Die Weisen Israels fanden ihren Frieden, indem sie  anerkannten: Alles hat seine Zeit:

Frieden und Streit, Leben und Sterben, Freude und Traurigkeit,

Sammeln und Zerstreuen;

Was man auch tut: Man findet keine Ruhe; denn die Zeiten fließen dahin wie ein Strom.

Doch Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Auch die Ewigkeit hat er uns ins Herz gelegt, nur dass der Mensch nicht fassen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

 

So warteten die Gläubigen auf die Ewigkeit – doch es kam nur immer der Wechsel der Zeiten.

 

Doch mitten in dieses Fließen der Zeit, mitten hinein in die Sehnsucht nach Frieden und ewiger Ruhe kam

Jesus Christus.

 

Er richtete die, die schon nur noch so vor sich hinlebten, wieder auf. Er gab ihnen Hoffnung. Er sagte, dass es sich lohnt an der Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit festzuhalten. Und viele folgten ihm. Warum?

Weil sie glauben wollten, dass da etwas Höheres ist, das heilig und gut ist. Dass es besser ist sanftmütig zu sein als egoistisch und hart.

Und Jesus starb für seine Überzeugung.

Er gab selbst am Kreuz nicht auf, sondern befahl seinen Geist in Gottes Hände.

Dann starb er.

Doch er blieb nicht im Tod, sondern stand wieder auf und lebt als König und Herr seines neuen, ewigen Reiches, das nicht von dieser Welt ist.

Von dort wird er kommen, um es auch hier bei uns ganz neu zu errichten für alle, die guten Glaubens sind.

Es werden vor der Errichtung seines Reiches zwar Kriege und Zerwürfnisse in den Familien und zwischen den Völkern kommen. Feuer wird vom Himmel fallen und Wasser wird alles überfluten. Erdbeben werden das Sicherste erschüttern und die Großreiche werden alle vergehen wie Staub im Wind.

Doch dann wird Frieden sein – so wie damals, als er im Sturm auf dem See dem Wind und den Wellen gebot – und sie legten sich und es entstand eine große Stille.

Wie aus dieser Stille heraus wird sich sein neues Friedensreich wie von selbst errichten.

Und er wird bei den Menschen wohnen.

Er wird abwischen die Tränen von ihren Augen.

Es wird kein Krieg mehr sein, kein Leid und kein Geschrei und der Tod wird keine Macht mehr haben.

Dann wird es sein wie am Anfang oder so, wie es zwischenzeitlich immer wieder in kurzen Momenten war. Alles wird gut.

 

Das ist unsere Hoffnung und sie nährt sich aus dem lebendigen Brot, das Jesus ist auch in kleinen Geschichten des Friedens, die er seinen Jüngern als Auferstandener schenkte.

So hört wie er seinen Jüngern an einem friedlichen Morgen seinen Jüngern am See erschien:

Johannes 21, 1-14

 

Wie finden wir zu so einem Frieden?

Indem wir ihm ganz vertrauen.

So wie Abraham Gott ganz vertraute.

So wie Petrus seinem Herrn einfach nur nahe sein wollte.

 

Ja, es mag sein: Wir können die Zeiten nicht ändern und nicht aufhalten.

Aber in allen Zeiten können wir uns an Gott halten, der uns in Jesus Christus, seinem Sohn zu Erben seines ewigen Reiches bestimmt hat.

 

So halten wir uns fest an der Botschaft:

 

Christus ist auferstanden von den Toten.

Er hat den Tod überwunden und gezeigt:

So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Christus ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

Der auferstandene Christus ruft uns zu:

“Ich lebe, und ihr sollt auch leben!”

 

 

 

 

 

Ist möglicherweise ein Bild von Baum, Natur und Text „GOTT“

Karfreitag 2022

Frieden am Kreuz

Predigttext: - Jesu Kreuzigung und Tod – Lukas 23, 32-49 –

Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei Übeltäter, dass sie mit ihm hingerichtet würden.

Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schä-delstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.

Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!

Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

Und das Volk stand da und sah zu.

Aber die Oberen spotteten und sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich selber, ist er der Christus, der Auserwählte Gottes.

Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber! 

Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Juden König. 

Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!

Da antwortete der andere, wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest du nicht einmal Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten ver-dienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.

Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!

Und als er das gesagt hatte, verschied er.

Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser Mensch ist ein Gerechter gewesen!

Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um.

Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, auch die Frauen, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles.

 

Predigt: 

Wo hätten wir gestanden?

 

Hätten wir protestiert und demonstriert dagegen, dass da ein gerechter Mensch ungerechterweise hingerichtet wird?

Hätten wir uns im Volk versteckt und nur zuge-sehen, wie da etwas geschieht, was nicht gut ist?

Hätten wir wie die Oberen oder dann auch wie manche aus dem Volk oder wie der eine Übeltäter gespottet und gesagt: Wenn du so mächtig bist und anderen geholfen hast, dann hilf dir jetzt selber?

Hätten wir wie der andere Übeltäter gebeten: „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“

Hätten wir wie der Hauptmann nachträglich einge-sehen: Da ist ein Gerechter gestorben.

Oder hätten wir wie alle seine Bekannten von Ferne alles betrachtet – ohne Hoffnung, leer und ratlos?

 

Müssen wir nicht heute auch wieder fragen: Warum hilft Gott nicht, wo er doch dazu die Macht hätte?

Reden nicht auch heute viele, die sich für klug halten, über Jesus wie über einen gut gemeinten Versuch, aber nicht über ihn als Sohn Gottes, der  am Kreuz die Liebe Gottes gezeigt hat, die das Schlimmste aushält?

Gehen nicht viele, ohne zu spotten, einfach still weg so wie damals das Volk oder dann selbst auch alle seine Bekannten?

Im Moment sortieren sich die Kirchen neu: Viele gehen weg und spotten über einen ihrer Meinung seltsamen Glauben. Andere sind wie der zweite Übeltäter oder wie der Hauptmann. Beide erkannten: Da ist ein Gerechter gestorben. Der Verbrecher ging sogar noch weiter als der Haupt-mann und bat darum, dass Jesus an ihn denkt, wenn er in sein Reich kommt. Er ging völlig selbstver-ständlich davon aus, dass dies geschieht und dass da ein Reich ist, das Jesus gehört, ein Reich, das nicht von dieser Welt ist.

 

Egal, wo wir stehen: Jesus hat am Kreuz auch für uns gebetet: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Denn wir können es nicht wissen, wo wir im entscheidenden Moment stehen.

 

Ich finde es großartig, dass so viele jetzt an der Seite der Kriegsopfer stehen und nicht nur zusehen und sich nicht nur mit dem Recht des Stärkeren abfinden.

Aber wenn wir darüber die anderen Armen verges-sen – ist das dann nicht auch schon wieder ein Zei-chen einer großen Ratlosigkeit und einer großen Ohnmacht gegenüber dem übergroßen Ausmaß der Not?

Und hilft uns in den schwierigen Zeiten, in denen wir uns befinden nicht doch wieder die Erfahrung Jesu, dass selbst er nicht die ganze Welt retten konnte und dennoch in dem Moment seiner größten Niederlage doch noch einem Menschen Frieden und Hoffnung geben konnte?

 

Ich erinnere mich gerne an Sterbende, die kurz vor ihrem Tod noch einmal Versöhnung stiften konnten. Ich stehe hilflos dem gegenüber, wo der Tod und die Not den Egoismus nur noch verstärkt haben.

 

Wo stehen wir? Wo werden wir stehen?

Es ist gut, wenn wir ehrlich sagen: Genau wissen wir es nicht. Aber dass Gott in Jesus Christus mit seiner ganzen Liebe zu uns steht gerade in der größten Ohnmacht und Ratlosigkeit – das steht fest. Es steht fest wie ein Fels in der Brandung oder wie Jesu Kreuz, an dem wir uns fest machen können.

Christus ist unser Frieden. Allein das Kreuz kann uns einen Frieden schenken, der selbst dann tröstet und wahr wird, wenn wir nur noch am Untergehen sind oder längst untergegangen sind.

Das feiern wir heute. Davor werden wir still.

Daran zu denken, schenkt Ruhe.

 

 

Lied: nach EG 635 gedichtet von Stefan Itzek – Schenk uns Weisheit

1. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut bei dir vor dem Kreuz zu stehen, deine Liebe zu verstehen.

Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

2. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut deinen Weg, Herr, nachzugehen, auch im Leiden zu bestehen. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

3. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, wenn wir unserm Kreuz begegnen, trotz des Bösen still zu segnen. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

4. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Herr, dein Leiden zu bedenken. Du willst uns im Kreuz beschenken. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

 

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Gründonnerstag

Frieden mitten im Sturm

 

Predigttext - 1.Korinther 10,16-17 – Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi?

Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?

Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.

 

 

Predigt: Wodurch geschieht Gemeinschaft?

Wenn eine ganze Welt gebannt auf ein Ereignis oder auf einen Menschen schaut.

Welches Ereignis war es in der letzten Zeit Jahr? Welcher Mensch war es?

Es waren die dunklen Seiten des Lebens.

Es war ein Mann, der neues Unglück über die Welt brachte.

Es war die Coronazeit, es war der Ukrainekrieg, es war die bleibende Bedrohung durch den Klimawandel.

Der Blick auf die Dunkelheit wird stärker. Der Blick auf den christlichen Glauben, der an vergebende Liebe gebunden ist, wird schwächer und doch auch stärker.

 

Wenn ein Glied leidet, leiden alle mit. Das ist Gemeinschaft – Gemeinschaft im Leiden, in der Angst, in der Ohnmacht.

Die Gemeinschaft darin nimmt zu.

 

Doch mitten in diese Dunkelheit kam Gott.

Er sandte seinen Sohn Jesus, damit alle auf ihn sehen können, damit wir einen Ausblick auf Schöneres haben als auf die Zukunft, die dunkler wird.

 

Was sehen wir, wenn wir auf ihn schauen?

Die wunderbare Geburt im Stall von Bethlehem – auch damals schon bedroht von einem dunklen König, der ihn töten wollte, es aber nicht schaffte?

Einen jungen Mann, der Menschen heilte, ihnen neuen Lebensmut gab, 5000, die ihn im Freien am See Genezareth stundenlang zuhörten? Viele, die ihm folgten und ihn zum König machen wollten? Die Kreuzigung? Oder eben diese Szene, wo er in Jerusalem kurz vor seinem Tod noch einmal mit den Jüngern um eine festliche Tafel saß, und ihnen sagte, dass einer ihn verraten wird, dass er aber auch nach seinem Tod bei ihnen sein wird?

 

Wenn wir auf Jesus sehen, sehen wir vor allem die Liebe Gottes.

 

Irgendwie verstanden das die Jünger: Jesus ist anders als die Welt, aber er ist dennoch total wichtig. Sie waren sich vor seinem Tod noch nicht ganz sicher, ob er wirklich Gottes Sohn gewesen ist. Sie hielten aber dennoch an ihm fest. So konnte Jesus zu ihnen am Abend vor seinem Tod sagen: Wenn ihr zusammenkommt in meinem Namen und das Brot brecht und den Wein teilt, dann bleibt ihr auf einem Weg, der nicht enttäuscht. Daran erinnerten sie sich nach seinem Tod und nach seiner Auferstehung und das verband sie mit ihm ihr ganzes Leben lang.

 

Auf Jesus schauen verbindet.

 

Es ist wie ein Blick auf ein Licht, das uns auf einer Nachtwanderung, wenn die Wolken den letzten Schein des Mondes verdunkelt haben, den Weg zeigt; einen Weg, der zu einem guten Ende führt.

Es ist wie ein Blick auf einen Frieden, der immer wieder da war, der auch bei uns sein kann, der möglich bleibt und der kommt.

Es ist wie beim Psalm 23: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

 

Jesus stiftete in dieser Abendmahlsszene ein lebendiges Bild von einer Ruhe im Sturm.Wenn wir auf diese Szene schauen und uns an Jesus erinnern, geht etwas von der damals gestifteten Ruhe auf uns über.

 

Schön, dass das überall auf der Welt geschieht, bis sein Frieden sich überall durchsetzen wird.

 

 

 

Trost im Leid

Predigt über – 2. Korinther 1, 3-7

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist ein Vater, dessen Erbarmen unerschöpflich ist, und ein Gott, der uns nie verzweifeln lässt. Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat. Ich leide mit Christus und in seinem Dienst in reichem Maß. Aber ebenso reich sind der Trost und die Ermutigung, die mir durch ihn geschenkt werden. Wenn ich leide, so geschieht es, damit ihr Mut bekommt und zur Rettung gelangt. Und wenn ich getröstet werde, so geschieht es, damit ihr den Mut bekommt, die gleichen Leiden wie ich geduldig zu ertragen. Ich bin voller Zuversicht, wenn ich an euch denke; denn ich weiß: Wie ihr meine Leiden teilt, so habt ihr auch teil an dem Trost und der Ermutigung, die mir geschenkt werden.“

 

Natürlich haben Menschen, die Leid erlebt haben, eine ganz andere Weltsicht als Menschen, die nie so richtig mit Leid konfrontiert worden sind.

Und die vielen Selbsthilfegruppen zeigen: Menschen brauchen Menschen, die ein ähnlich schweres Schicksal erlitten haben. Nur bei ihnen finden sie Verständnis.

Aber um welches Leid geht es bei Paulus?

Geht es um seine Gefängniszeiten, wo er für seinen Glauben verfolgt, verurteilt und zum Schluss wohl auch hingerichtet wurde?

Geht es darum, dass er auch von Leuten aus den eigenen Gemeinden klein geredet wurde, wenn er nicht da war?

 

Ich denke, es geht um ein Leiden an der Welt.

 

Er sah wie Jesus, wie sehr Menschen Trost brauchten und wie sie sich dem angebotenen Trost durch Gottes Liebe nicht öffnen konnten oder wollten.

Er redete von der Gnade Gottes und erlebte unbarmherzige Ablehnung.

Er fand zu zeitlosen Worten über die Liebe – und er erfuhr Egoismus, Eitelkeit, Machtstreben und Hass.

Wenn er von Treue redete, erfuhr er, wie Gemeinden untreu wurden.

Bei Freundlichkeit war es so. Bei Maßhalten war es so. Und es trieb ihn ins Leid hinein. Er litt an der Welt, die das Gute immer wieder abstieß und abstößt. Leiden nicht alle daran?

 

Es war seine Überzeugung, dass alle leiden und erlöst werden wollen. Doch es ist eben auch frustrierend zu sehen, dass die Erlösung durch die Sanftmut, Friedfertigkeit und Freundlichkeit Jesu nicht angenommen wurde. (So ging es auch Luther in späten Lebensjahren und aus Begeisterung wurde bei ihm Verbitterung) Zum Schluss, auf dem Weg zum Kreuz, ließen Jesus selbst die allertreuesten zurück. Er starb allein – gedemütigt und von Hass und Spott umgeben.

Warum? Um zu zeigen: Gottes Liebe hält selbst das aus. Gott zog sich nicht von der Menschheit zurück.

Er schrieb sie nicht ab.

Er blieb denen liebevoll zugewandt, die ihn in Jesus töteten.

Er blieb denen zugewandt, die ihn verspotteten.

Er blieb denen zugewandt, die sich von ihm abwandten.

 

So war Jesus. So wollte Paulus sein. So sind viel mehr als wir denken. Es gibt so viele Pflegekräfte und Ärzte, die an dem gesundheitsschädlichen Verhalten vieler Patienten leiden und sie doch liebevoll behandeln. Und im persönlichen Leben – könnten da nicht beinahe alle von ähnlichen Abweisungen erzählen?

 

„Ich kann anderen Mut machen, die ähnliches erleiden wie ich“ sagte Paulus – und er machte Mut dadurch, dass er an Gott festhielt.

 

Wie können wir mutig bleiben angesichts einer Welt, die sich nicht nur mit Corona und nicht nur mit dem Krieg wieder so stark verdunkelt hat?

Indem wir wie Paulus an Gottes Liebe festhalten.

 

Das können wir uns als eine der größten Selbsthilfegruppen der Welt immer wieder sagen: Wir schaffen es nicht allein. Gut, dass Jesus aber dort Platz nimmt, wo wir ihm einen Platz in unserem Leben lassen.

Tun wir das, hört er zu, versteht das Leiden am Leid, umarmt uns und sagt: Alles wird gut, - „Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ (2. Korinther 4,17/18).

„Ewig Gutes“ – Schön, wenn es sich manchmal in unserem Leben zeigt. Schön, dass wir damit rechnen können: Irgendwann wird es ganz um uns sein.

 

 

 

 

Elia als Vorbild des Glaubens

Sonntag Okuli - (Meine Augen sehen stets auf den Herrn) - 20.03.2022

1. Kampf für den Glauben

2. Ich kann nicht mehr

3. Weitergabe des Auftrags

 

Elia gilt im Judentum als zweitwichtigster Prophet nach Mose. Auch im Islam gilt er als einer der Rechtschaffenen der Glaubensgeschichte.

Im Christentum wurde Johannes der Täufer als wiedergekommener Elia angesehen; denn da Elias Tod nicht gesehen, sondern er hinter einem feurigen Wagen in den Himmel entschwand, gilt er als lebend in den Himmel aufgehoben. Von dort soll er wiederkommen, bevor der Messias kommt und das Friedensreich Gottes auf der Erde errichtet.

 

Ist er nur deswegen wichtig, weil er gebraucht wird für die Ankündigung des messianischen Reiches?

 

Er kam aus armen Verhältnissen. Dennoch traute er sich eine Dürre anzukündigen, die dann auch kam. Dafür und dass er den weitverbreiteten Baalskult ablehnte schlug ihm von allen Mächtigen nur Ablehnung entgegen.

Dann kam es zu einer Machtprobe zwischen ihm als einzigem Propheten Gottes und den 450 Propheten des Baal und den 400 Propheten der Aschera.

Ein Tier sollte geopfert, d.h. auf einem offenen Altar verbrannt werden, ohne dass es Hilfe beim Anzünden gab. Die 850 Propheten tanzten einen ganzen Tag um den Altar herum. Sie schnitten sich Wunden. Sie schrien zu ihren Göttern. Nichts geschah. Dann trat Elia an den Altar, ließ ihn mehrmals mit Wasser übergießen, bat dann Gott und der sandte ein Feuer, das alles auf einmal verbrannte. Elia in seinem Siegesrausch ließ die 850 Propheten töten. Doch Isebel, die Frau des Königs, blieb bei ihrem Baals-Glauben und schwor, ihn umbringen zu lassen. Da sackte er in sich zusammen und sein Überglaube verlor sich in Nichts.

 

Das ist die erste Phase seines Glaubenslebens.

Die zweite beginnt mit unserer Geschichte. Er floh in die Wüste und wollte nur noch sterben. Doch Gott schenkte ihm eine zweite Glaubenslebensphase. Er wurde von einem Engel berührt und aufgefordert aufzustehen, zu essen und weiter in die Wüste hineinzugehen bis zum Gottesberg Horeb. Elia aß und trank und war dadurch so gestärkt, dass er vierzig Tage lang lief, bis er den Berg erreichte. Dort ging er in eine Höhle und wartete; denn Gott wollte sich ihm zeigen. Da kam ein Erdbeben. Doch Gott war nicht im Erdbeben. Dann kam ein Sturm. Doch Gott war nicht im Sturm. Zuletzt wehte ein sachter Wind; und in diesem sanften Wind war Gott und gab Elia einen neuen Auftrag.

 

Elia ging zurück in die Welt und erfüllte eigentlich nur noch in seiner dritten Glaubenslebensphase diesen Auftrag, andere zu segnen und zu beauftragen den Gottesglauben weiterzutragen.

 

Wo stehen wir?

Die meisten wird die erste Glaubensphase abgeschreckt haben. Doch gibt es nicht auch heute manche, die glauben wollen wie Elia in dieser ersten Phase und am liebsten der ganzen Welt ihren drohenden Untergang ins Gesicht sagen wollen?

 

Ich kenne viele, die fühlen sich von der zweiten Glaubenslebensphase angesprochen.

Dieses „Ich kann nicht mehr“ – ich kenne es nicht nur von einem Kollegen am Ende seiner offiziellen Berufszeit, der mir sagte: „Mir fällt nichts mehr ein, was ich der Gemeinde sagen kann. Früher war ich doch so brennend – und nun?“

Es gibt viele Christinnen und Christen, die gebrannt haben für ihren Glauben und dann verzehrt und müde geworden sind von den bleibenden Widerständen in den Familien, im persönlichen Umfeld und gerade auch in unserer Gesellschaft – und sie wollen nur noch weg, wollen und brauchen ihre Ruhe – mindestens so lange wie Elia in der Wüste. Für sie ist es immer schön gewesen, wenn ihnen dann klar wurde: Es liegt nicht alles an dir. Du kannst die Welt nicht alleine retten. Selbst Christen dürfen in die REHA, dürfen ausgebrannt und müde die Hilfe der Engel annehmen.

 

Doch es ist auch schön: Auch die dritte Glaubenslebensphase ist wichtig. Wie viele haben mir erzählt davon, dass das, was ihre Omas einmal vor langer Zeit erzählt haben von Gott, nun plötzlich wieder wichtig geworden ist.

 

In unserem Text geht es um das Ausgebrannt-Sein und nicht mehr Leben-Wollen.

Es geht um die Hilfe Gottes durch seinen Engel.

Geht es da nicht vielleicht auch um die vielen, die gerade flüchten?

Schön, wenn wir da vielleicht ein wenig Engel sein dürfen.

Schön, wenn wir das selbst erleben durften, erleben dürfen oder erleben werden; denn so ist Gott in seinen Engeln und in Jesus: Er ist da, gerade dann, wenn wir selbst nicht mehr können.

 

 

 

 

Estomihi (Sei mir ein starker Fels) - 20. Februar 2022:

Oder: Überall sonst ist eigentlich nur Treibsand

 

Vorspiel - Votum/Amen - Wochenspruch: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. (Lukas 18, 31)

 

1. Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch auch ich geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

 

2. Wo sonst geschah ein solches Lieben, das sich für uns gegeben hat? Was stillt den Durst nach Trost und Frieden? Wo sonst wird Lebenshunger satt? In deinem Kreuz, in ewigem Leben hast du genug für uns gegeben.

 

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn …

 

Gebet – Stilles Gebet

 

Kanon: Herr gib uns deinen Frieden, gib uns deinen Frieden, Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr, gib uns deinen Frieden.

 

Predigt über Markus 8, 31-38 – Sein Kreuz auf sich nehmen ist wie auf festem Fels stehen: Jesus kündigt zum ersten Mal seinen Tod an

Danach begann Jesus den Jüngern klar zu machen, was Gott mit ihm vorhatte: dass der Menschensohn vieles erleiden und von den Ratsältesten, den führenden Priestern und den Gesetzeslehrern verworfen werden müsse, dass er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse. Jesus sagte ihnen das ganz offen. Da nahm Petrus ihn beiseite, fuhr ihn an und wollte ihm das ausreden. Aber Jesus wandte sich um, sah die anderen Jünger und wies Petrus scharf zurecht. »Geh weg!«, sagte er. »Hinter mich, an deinen Platz, du Satan! Deine Gedanken stammen nicht von Gott, sie sind typisch menschlich.«

Jesus folgen heißt: ihm das Kreuz nachtragen

Dann rief Jesus die ganze Menschenmenge hinzu und sagte: »Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Aber wer sein Leben wegen mir und wegen der Guten Nachricht verliert, wird es retten. Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert? Womit will er es dann zurückkaufen? Die Menschen dieser schuldbeladenen Generation wollen von Gott nichts wissen. Wenn jemand nicht den Mut hat, sich vor ihnen zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, dann wird auch der Menschensohn keinen Mut haben, sich zu ihm zu bekennen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt!«

 

1. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, deinen Weg, Herr, nachzugehen, auch im Leiden zu bestehen, schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

 

2. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, wenn wir Widerstand begegnen, trotz des Bösen still zu segnen, schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

 

3. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut. Wenn uns Sinn und Mut entgleiten. Du willst uns im Kreuz begleiten. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

 

4. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut – uns nach Ewigem zu sehnen, deine Liebe anzuneh-men. Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

             Melodie nach EG 635, Text von Stefan Itzek

 

Dank - Fürbittengebet - Vater unser

 

EG 421 – Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten. Es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten; denn du, unser Gott alleine.

 

Abkündigungen - Segen - Amen - Nachspiel

Ein Bild, das Himmel, draußen, Natur enthält. Automatisch generierte Beschreibung „Überall sonst ist eigentlich nur Treibsand“

 

Ich habe mehr als einmal sterbenskranke Menschen erlebt, die zu ihren Angehörigen sagten: Jetzt geht es bald zu Ende. Die Angehörigen wollten es nicht wahrhaben. Häufig sagten sie: „Du darfst uns doch nicht verlassen!“ Oder „Gib die Hoffnung nicht auf“. Sicherlich wollten viele in den letzten Jahrzehnten auch nicht wahrhaben, dass Menschsein nicht bedeutet, dass wir immer wie im Urlaub leben.

Jesus stellte sich der ewigen Tatsache, dass kein Leben am Leid und am Tod vorbeikommt. „Es muss so kommen“ sagte er; doch Petrus wollte

das nicht hören. Petrus klang tatsächlich wie der Versucher selbst.

Der Versucher hatte zu Jesus in der Wüste gesagt, als er ihn in einen herbeigezauberten Turm führte: „Spring doch runter. Die Engel werden dich doch auffangen.“

Irgendwie ähnlich muss Petrus gesagt haben: „Jesus, du hast die Macht über Wasser zu gehen. Du hast die Macht Kranke zu heilen. Du hast die Macht Tote wieder aufzuwecken. Und jetzt willst du dich einfach aufgeben? Lass uns nicht nach Jerusalem gehen, wo du sterben sollst. Lass uns zurück gehen aufs Land in irgendein verstecktes Dorf zu Freunden, wo wir noch lange zusammenleben könnten.“

Doch Jesus sagte Nein. Warum? Weil er seiner Verantwortung nicht ausweichen wollte.

 

Es gab ja einmal das gegenteilige Verhalten, das viele erschüttert hat.

Da fuhr ein italienisches Kreuzfahrtschiff auf einen Felsen und begann zu sinken. Die verantwortliche Besatzung versuchte die Menschen zu beruhigen, wo nichts mehr zu beruhigen war; und nicht nur das: Der verantwortliche Kapitän verließ sein Schiff, lange bevor seine Fahrtgäste gerettet werden konnten. Der Hafenkommandant sagte zu dem Kapitän: „Gehen sie zurück auf ihr Schiff!“ Der Kapitän tat es nicht.

Jesus war in seinem Verhalten wie ein Kapitän, der bleibt bis zum Schluss, auch wenn er weiß, dass er dadurch untergehen wird. Er nahm sein Kreuz auf sich. Er nahm Verantwortung an, die darin bestand, dass er im Untergehen gezeigt hat, was Haltung und Liebe bedeuten. Sein Auftrag war klar: Der ganzen Welt die unbedingte Liebe Gottes zeigen, die den Hass aller Menschen aushält.

 

Was hatte der Kapitän davon, dass er auswich?

Er ging ins Gefängnis und muss sein ganzes Leben mit einem dunklen Gewissen leben.

 

Doch gerade auch ihm gegenüber gilt, was Jesus machte, als absolut großes Hoffnungszeichen; denn Jesus nahm nicht nur seine Verantwortung  bis zum Kreuz an. Er gewann dadurch göttliche Autorität, die seinen Worten „Vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun“ eine zeitlose Kraft verlieh.

Diese Vergebung gilt als Angebot selbst für den Kapitän, der sein Schiff verließ, weil er nur an sich dachte und alle Werte über Bord warf.

Mit seinem klaren Weg gab er seinen Worten Nachdruck: „Die Menschen dieser schuldbeladenen Generation wollen von Gott nichts wissen. Wenn jemand nicht den Mut hat, sich vor ihnen zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, dann wird auch der Menschensohn keinen Mut haben, sich zu ihm zu bekennen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt!«“

 

Wo stehen wir?

Viele sind damals nach und nach von Jesus weggegangen. Am Kreuz war er mit Ausnahme seiner Mutter und seines Lieblingsjüngers allein.  So leicht ist das offensichtlich nicht, zur Liebe und zum Frieden zu stehen. Viele passen sich den Mächtigen und den übermächtigen Verhältnissen in der Welt an und ducken sich weg.

Aber Gott – das hat Jesus mit seinem Weg bis ans Kreuz gezeigt – steht ganz sicher nicht an der Seite der Mächtigen, die nur an sich denken und nur sich selbst glauben und Gott längst aufgegeben haben. Er steht bei seinem Sohn Jesus Christus draußen vor dem Tor, dort wo niemand gerne hinkommen will außer die, die ihn lieben.

Schön, dass Gott da steht – auch heute noch. Dort kann er uns wie ein starker Felsen sein - wie der Fels von Golgatha. Überall sonst ist eigentlich nur Treibsand.

 

 

 

 

 

 

 

Gottes Wort dringt durch?

Gottesdienst auf dem Kniebis am 20.2.2022

Ein Bild, das Baum, draußen, Pflanze enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Vorspiel

 

Votum und Begrüßung mit dem Wochenspruch: Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebräer 3, 15)

 

Lied 165, 1+6 – 1) Gott ist gegenwärtig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor Ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor Ihm beuge. Wer Ihn 

kennt, wer Ihn nennt: Schlag die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder!

 

6) Du durchdringest alles; lass Dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so, still und froh, Deine Strahlen fassen und Dich wirken lassen!

 

W748 - Psalm 119

Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des Herrn wandeln!

Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen, die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.

Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?

Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe, und laß mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist; wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

 

Gebet – Stilles Gebet

 

Lied 295, 1.3.4 – 1) Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit, nach seinem Worte handeln und leben allezeit; die recht von Herzen suchen Gott und seine Zeugniss' halten, sind stets bei ihm in Gnad.

 

3) Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd. Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.

 

4) Dein Wort, Herr, nicht vergehet, es bleibet ewiglich, so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich; dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund der Erden, durch deine Hand bereit'.

 

Predigt über Hebräer 4, 12-13 - Das Wort Gottes ist lebendig, es ist eine wirkende Macht. Es ist schärfer als das schärfste beidseitig geschliffene Schwert. So wie ein Schwert tief einschneidet, die Gelenke durchtrennt und das Mark der Knochen freilegt, so dringt das Wort Gottes ins Innerste von Seele und Geist. Es deckt die geheimen Wünsche und Gedan-ken des Menschenherzens auf und hält über sie Gericht. Es gibt niemand, dessen Inneres vor Gott verborgen wäre. Alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft schuldig sind.

 

Glaubensbekenntnis

 

Dank - Fürbittengebet - Vater unser

 

Lied 171, 1-3 – 1) Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.

II: Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen! :II

 

2) Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden.

II: Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten! :II

 

3) Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.

II: Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen! :II

 

Segen mit Amen

 

Nachspiel

 

 

 

Was dringt durch?

 

Es gibt vielfältige Abwehrmechanismen, die dazu beitragen, dass die hilfreichen Worte Gottes nicht durchdringen.

Vor der Pandemie war es zunehmende Interesselosigkeit am Glauben. Er erschien nicht mehr als wichtig. Das Leben funktionierte ja. Die Worte Gottes wurden noch gesprochen – aber sie drangen nicht mehr durch.

 

Ähnlich ist es mit den Erinnerungen an die Zeit des 2. Weltkrieges. Nicht nur die Erinnerungen der Verfolgten verstummen. Auch die Stimmen unserer Eltern und Großeltern verstummen, die davon erzählten, wie schlimm der Krieg und die völlige Entgleisung der öffentlichen Moral war.

Es dringt nicht mehr durch.

 

Nun kommen noch Müdigkeit und Abstumpfung hinzu. Tagtägliche Todeszahlen, die noch vor einem Jahr als dramatisch gegolten haben, dringen nicht mehr durch, berühren uns nicht mehr.

Und ein drohender Krieg kommt nun auch noch hinzu.

Dringt da der Friedenswunsch der Menschen noch bei denen durch, die einen neuen Krieg riskieren?

 

Auch Jesus sprach mit Worten und mit seinem ganzen Leben für den Frieden. Doch die Kriegstreiber gewannen.

Jesus drang zunächst nicht durch.

Er starb am Kreuz für seinen sanften Weg der Gottes- und der Nächstenliebe.

Jerusalem wurde 40 Jahre später von den Römern erobert und zerstört, weil die Aufständischen keine Ruhe gaben, bis sie niedergeworfen waren.

 

Wenn wir uns heute an Jesus orientieren – sollen wir also auch über uns alles still ergehen lassen und hilflos zusehen, was die Mächtigen nicht hinbekommen?

 

Vielleicht ist es wirklich Zeit für diesen stillen Weg.

 

Was sollen wir auch groß sagen, wo die Kirchen gerade selbst als zurecht Angeklagte dastehen?

Sie haben nicht mehr nur mit Interesselosigkeit zu tun, nicht nur mit allgemeiner Abstumpfung, sondern auch mit offener Ablehnung und mit dem Mitleiden mit den Opfern der sexuellen Missbräuche und der Enttäuschung derer, die eigentlich immer Gutes zu tun versucht haben, und jetzt wie mitschuldig dastehen.

 

Da machen viele zu. Sie wenden sich ab. Es ist alles zu viel. Viele verstehen die Welt nicht mehr und suchen woanders einfache Antworten – manche auch in einem möglichen Krieg. Dringt da die leiser werdende Stimme Gottes noch durch?

 

„Wer Ohren hat zu hören, der höre“ – heißt es mehr als einmal in der Bibel. (z.B. Matthäus 11,15)

 

Ja – viele sind abgestumpft, müde und enttäuscht. Da braucht es Worte, die auch dort durchdringen.

 

Es sind die gleichen Worte, die unseren Eltern und Großeltern wieder Mut gegeben haben, nach dem verlorenen 2. Weltkrieg wieder aufzustehen und zu versuchen ein besseres Land zu bauen.

Da hörten viele wieder zu, obwohl sie müde waren; denn die Worte Gottes sprachen zwar die Schuld an. Sie sprachen aber auch von Vergebung. Sie machten Mut zur Liebe und zur Hoffnung auf eine bessere Welt.

 

Damals drangen die Worte durch wie ein scharfes Messer, das alles durchtrennt.

Sie waren nicht neu, sie trafen aber auf offene Herzen, weil die Menschen keinen Krieg mehr wollten und sich genau danach sehnten, was Jesus in seiner Einladung ausgesprochen hat: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Nehmt euer Kreuz und folgt mir lernend nach; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für Eure Seelen.“ (Matthäus 11,28f)

 

Das Wort Gottes drang und dringt durch – immer wieder; aber am Kreuz und an der Erfahrung, dass die Liebe immer leiden muss, führt es nicht vorbei; gerade dort dringt es tief ins Herz.

 

So helfe uns Gott in allem, was kommt.

Unsere Hoffnung ist, dass, wenn es in der Welt zu laut wird, auch die Sehnsucht nach Frieden größer wird. Das kann helfen, wieder ganz neu, demütiger und dankbarer auf die Worte Gottes zu achten, sie durchdringen zu lassen und unseren Weg still mit ihm zu gehen.

 

Ein Bild, das draußen, Himmel, Berg, Natur enthält. Automatisch generierte Beschreibung

 

 

 

 

 

Septuagesimä 2022

 

  Vorspiel

 

Votum und Begrüßung mit dem Wochenspruch: Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.

(Daniel 9, 18) - Amen

 

 

Lied 482, 1-5 – 1. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße   Nebel wunderbar.

 

2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.

 

3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

 

4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.

 

5. Gott, lass dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun;

lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.

 

Psalm 31/716

Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!

Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.

In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not

und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.

Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.

Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist; wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

 

Gebet – Stilles Gebet

 

(Schriftlesung : Matthäus 20, 1-16a – Die Arbeiter im Weinberg)

 

Lied 628, 1-2 – Refrain: Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

 

1) Sorgen quälen und werden mir zu groß. Mutlos frag ich: Was wird morgen sein? Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los. Vater, du wirst bei mir sein.

 

2) Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb nehmen mich gefangen, jagen mich. Herr, ich rufe: Komm und mach mich frei! Führe du mich Schritt für Schritt.

 

Predigttext – Jeremia 9, 22-23 - So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

 

Glaubensbekenntnis

 

Dank - Fürbittengebet - Vater unser

 

Lied: 347, 1-6 – 1) Ach bleib mit deiner Gnade

bei uns, Herr Jesu Christ, dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.

 

2) Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, dass uns sei hier und dorte dein Güt und Heil beschert.

 

3) Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht.

 

4) Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr.

 

5) Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

 

6) Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not.

 

Abkündigungen – Segen - Amen – Nachspiel

 

 

Was ist wichtig im Leben?

 

Bei einer Bestattung schaue ich häufig auf ein langes Leben zurück. Und wenn ich an die Kindheit erinnere, die arm aber irgendwie doch unbeschwert war, stimmen mir viele zu.

Und wenn ihnen klar wird, wie schön die geschenkte Kindheit war, spielen plötzlich die lange erworbene Bildung oder Lebensweis-heit, die langsam erarbeitete Widerstandsfähigkeit und auch die langsam erarbeitete finanzielle Sicherheit keine Rolle mehr.

Nur eines zählt: Das Glück, das damals war und das durch nichts zerstört werden kann.

 

Und dann geht es weiter: Viele erinnern sich an die schönen Momente des Lebens, an Urlaube, an Liebe und Versöhnung.

Wie schön wäre es, wenn diese Momente nie aufhören würden: Da käme es nicht mehr auf Schulnoten an oder darauf, wie reich oder schön man ist.

Einfach glücklich sein wie ein Kind - doch das alles ist lange her. Und nun?

 

Ich glaube, dass es gut ist, dass wir um Gott wissen. Warum?

  • Nicht nur, weil er uns all diese schönen Momente ermöglicht hat.
  • Nicht nur, weil ein Segen darauf liegt, sich an solche Momente erinnern zu können.
  • Sondern weil bei ihm unzerstörbares Glück zu Hause ist, das er uns immer wieder neu schenken kann und das wenig mit menschlicher Weisheit, menschlicher Stärke und menschlichem Reichtum zu tun hat.

 

Wir müssen schon aufpassen;

  • denn menschliche Weisheit kann sehr leicht hochmütig machen;
  • menschliche Stärke kann leicht zu völliger Selbstüberschätzung führen und
  • menschlicher Reichtum kann sich leicht wie im Nichts verlieren. Und dann?

 

Wenn wir wieder einmal spüren, wie wenig wir das Leben verstehen oder steuern können, schenkt uns das Wissen um Gott Ruhe, Er will barmherzig sein, wenn die Unbarmherzigkeit des Lebens uns wieder eingeholt hat.

 

Wenn wir wieder einmal spüren, dass Stärke nicht alles ist, sondern dass es wichtig ist jemanden zu haben, bei dem man einfach nur schwach sein darf, schenkt uns das Wissen um Gott Frieden. Er wird es schon recht mit uns machen, auch wenn bei uns nicht alles recht gelaufen ist.

 

Wenn wir wieder einmal spüren, wie ungerecht die Welt ist – nicht nur zu uns, sondern zu so vielen anderen – schenkt uns das Wissen um Gott Ruhe. Er wird Gerechtigkeit aufrichten über unser Verstehen hinaus.

 

Ich finde es schön nicht nur am Ende eines Lebens auf diesen Gott hinweisen zu können, „der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden“.

Das gefällt nicht nur Gott selbst, sondern mir und vielen anderen auch.

 

Schön hat das Matthias Claudius im Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ gedichtet:

 

„Gott lass dein Heil uns schauen auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun.

Lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.“

 

 

 

 

Fata Morgana?

4. Sonntag vor der Passionszeit, 6.2.2022

 

Musik zum Eingang

 

Liturgischer Gruß - Begrüßung – Wochenspruch: Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern, Psalm 66,5

 

W 737 Psalm 92

Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster,

des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.

Denn, Herr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.

Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.

Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht.

Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle - nur um vertilgt zu werden für immer!

Aber du, Herr, bist der Höchste und bleibest ewiglich.

Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.

Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.

Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,

dass sie verkündigen, wie der Herr es recht macht; er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.

Ehr sei dem Vater …

 

Gebet zum Eingang - Stilles Gebet

 

Lied 396 - 1. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden.

 

2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen

aller Feinde frei. Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei.

Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sund und Hölle schrecken, Jesus will mich decken.

 

3. Trotz dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh.

Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muss verstummen, ob sie noch so brummen.

 

Predigt – Matthäus 14, 22-33 - Jesus und der sinkende Petrus auf dem Meer

 

Glaubensbekenntnis Bonhoeffers

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

 

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

 

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

 

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

 

Gebet – Vaterunser

 

Lied 331 - 1. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

 

2. Alles, was dich preisen kann, Kerubim und Serafinen stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir stets ohne Ruh': "Heilig, heilig, heilig!" zu.

 

9. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe. Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

 

Bekanntgaben – Segen

 

Musik zum Ausgang

 

 

Impuls über „Nur eine Fata morgana?“

 

Matthäus 14, 22-33 - Jesus und der sinkende Petrus auf dem Meer:„Und alsbald drängte Jesus die Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm ans an-dere Ufer zu fahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er auf einen Berg, um für sich zu sein und zu beten. Und am Abend war er dort allein. Das Boot aber war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.

Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer. Und da ihn die Jünger sa-hen auf dem Meer gehen, erschraken sie und rie-fen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.

Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich!

Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und er-griff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, wa-rum hast du gezweifelt?

Und sie stiegen in das Boot und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“

 

Ich habe noch einmal nachgelesen, was Fata Morganas sind. Es sind Luftspiegelungen, die in besonderen Wetterlagen entstehen. Dann sieht man plötzlich Autos auf der Straße schweben; und ich verstand, wo die Legende vom Fliegenden Holländer herkam. Da hatten Bootsfahrer tatsächlich ein in die Luft gespiegeltes Schiff gesehen – und eine Legende entstand.

 

Die Jünger damals dachten, als Jesus in der Nacht auf dem stürmischen Meer zu ihnen kam, an ein Gespenst.

War das auch nur eine Fata Morgana? Unterhielt sich Petrus in seiner Angst mit seiner eigenen Einbildung? Kam es deshalb so wie es kommen musste: Als er in übertriebenem Glauben aus dem Boot ausgestiegen war und erkannte, dass das alles gar nicht möglich sein kann, ging er unter.

Aber dennoch rief er weiter: Herr, hilf mir!

Und sonderbarer Weise löste sich die gespenstische Gestalt nicht auf. Sie kam auf ihn zu, griff ihn an der Hand, zog ihn aus dem Wasser und führte ihn zurück ins sichere Boot.

 

Spätestens hier würden Atheisten sagen: Das mit der Einbildung des Gespenstes geht ja noch; aber dass es wirklich wirkte – das ist doch nur etwas für Kinder, die noch an den Weihnachtsmann glauben. Wir wissen es besser.

 

Wissen sie es besser?

 

Wo ist die Leichtigkeit zu sagen: Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als nur das, was in das Korsett wissenschaftlicher Definitionen hineingepresst werden kann?

 

Ich finde, hier geht es tatsächlich darum, zu sehen, dass Unglauben schwer macht und nach unten zieht. Glaube dagegen hält über Wasser.

 

Ich glaube: Da ist ein ganzes Meer aus Gründen, das uns nach unten zieht. Und es kommen auch noch die Stürme des Lebens hinzu.

Da ist aber auch Gott, der zu jedem Menschen tritt, der ruft: Herr, rette mich! Er zieht ihn aus allem heraus, führt ihn unbegreiflich sicher über den Abgrund zurück ins sichere Boot und beruhigt die aufgeregteste Situation.

 

“Ich wäre ohne meinen Glauben schon häufig einfach nur untergangen!“ – sagte mir ein Gesprächspartner. Ich glaube, dass das viele andere auch ganz genauso sagen könnten.

Oder bilde ich mir all die vielen nur ein?

Alle nur Fata Morganas?

Ich glaube, dass es sie gibt. Und das macht es mir leichter.

Schön, dass mich Gott aber nicht abheben lässt und von mir verlangt nun ständig über dem Wasser gehen zu müssen. Schön, dass er mich wie Petrus in ein Boot zurückführt, das ein Bild für die Gemeinde der Glaubenden ist, das gemeinsam darauf wartet in einen friedlichen Hafen einlaufen zu können. Oder bilde ich mir das Boot und den Hafen auch nur ein?

Jesu Hand jedenfalls war echt und das Bekenntnis der Jünger: „Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“ –

 

Warum schließen wir uns da nicht einfach an?

 

 

 

 

 

Gottes Glanz in unserem Leben,

Letzter Sonntag nach Epiphanias, 31.1.2022

 

Lied: EG 555, 1-3 – Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit, Durchbricht die Nacht und erhellt die Zeit.

 

Refrain: Licht der Liebe Lebenslicht, Gottes Geist verläßt uns nicht.

 

Ein Licht weist den Weg, der zur Hoffnung führt, erfüllt den Tag, daß es jeder spürt.

 

Ein Licht macht uns froh, wir sind nicht allein, an jedem Ort wird es bei uns sein.

 

Votum (Amen) - Jesaja 60,2b - Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

 

 

W 726 Psalm 47

Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

Gott fährt auf unter Jauchzen, der Herr beim Hall der Posaune.

Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige!

Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!

Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt

als Volk des Gottes Abrahams;

denn Gott gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist; wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

 

Gebet – Stilles Gebet

 

(Schriftlesung Matthäus 17,1-9)

Die Verklärung Jesu - Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.

 

Lied: EG 576 – Meine Hoffnung – 2x

Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht,

auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

 

Predigttext und Predigt - 2. Mose 34, 29-35

Der Glanz auf Moses Angesicht

29 Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte. 30 Als aber Aaron und alle Israeliten sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen. 31 Da rief sie Mose, und sie wandten sich wieder zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde, und er redete mit ihnen. 32 Danach nahten sich ihm auch alle Israeliten. Und er gebot ihnen alles, was der HERR mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai. 33 Und als er dies alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34 Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war, 35 sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.

 

Dank - Fürbittengebet - Vater unser - Segen

 

Lied: Geh im Frieden, geh ins Licht

1. Aus der Dunkelheit hat Gott das Licht geschaffen. Gottes Worte leuchten für uns in der Nacht, scheinen bis zum Morgenrot, überwinden alle Not, bis das Leben aufersteht und neu erwacht.

 

Refrain: Geh im Frieden, geh gesegnet, geh ins Licht. Geh durchs Dunkel, aber fürchte dich nicht! Gott erwartet dich am Ende aller Straßen dieser Welt, und es wird gut, weil er dich in den Händen hält.

 

2. Mit dir werden wir den Weg des Friedens finden. Mit dir wird, was niemals möglich schien, geschehn. Jesus Christus lädt uns ein. Jetzt schon sehen wir den Schein seiner Welt, der wir im Licht entgegengehn.

 

3. Niemals wird der Segen Gottes für uns enden. Niemals wird das Leben ganz im Nichts vergehn. Wir erwarten für die Welt, dass sich Gottes Plan erfüllt, dass wir einmal ganz im Licht des Lebens stehn.

 

Impuls über Gottes Glanz in unserem Leben

 

Der Glanz auf dem Gesicht von Mose war für die angesehenen Obersten der Israeliten nicht zu ertragen. Sie wandten sich ab.

Kennen wir so etwas?

Es ist vielleicht gar nicht so schwer in unser Leben zu übertragen.

Ich kenne aus der Erziehung in der Schule oder im Kindergarten häufig die Situation, wo Erwachsene zu den Kindern sagen: „Schau mich an!“ Sie sagen es, weil die Kinder häufig etwas Falsches getan haben und es ganz genau wissen und sich jetzt einfach nur noch verstecken wollen.

Es fehlt ihnen der Mut den Erwachsenen ins Auge zu schauen, weil sie erwarten, dass sie eine Zurechtweisung bekommen werden; und sie wollen dieser Zurechtweisung ausweichen.

Da steht häufig ein unsteter Blick einem Gesicht gegenüber, aus dem heiliger Ernst spricht.

 

Übertragen wir diese häufige Situation aus der Erziehung auf alle Menschen, sind wir genau da, wo Mose den Israeliten mit heiligem Ernst die Gebote Gottes präsentieren wollte.

Die Israeliten spürten es: Hier geschieht etwas Besonderes. Da hält nicht der Führer Mose eine wichtige Rede. Da geht es um Leben und Tod.

 

Leuchten unsere Augen auch, wenn wir davon sprechen, dass es beim Glauben an Gott und seine Weisungen um Leben und Tod geht?

 

Sei es wie es sei. Ich nehme wahr, dass Gott auch heute nicht nur deshalb ausgewichen wird, weil er nicht beweisbar ist. Ich bin überzeugt, dass manche Gott auch deshalb ausweichen, weil sie seinen heiligen Ernst, weil sie seinen Glanz nicht ertragen können und wollen.

 

Und dieser Glanz ist nicht nur mit der Heiligkeit der Weisungen und Gebote Gottes verbunden. Auch der Glanz, der Jesus immer wieder umgab – bei seiner Taufe im Jordan und bei seinen Erscheinungen als Auferstandener – weist uns auf etwas hin, was allem normalen Leben fehlt, wenn es sich von Gott abwendet.

 

Schön, dass Gott diesen Glanz leuchten ließ auf dem Gesicht des Mose.  Leuchtet er auch heute noch? Können wir ihn ertragen? Tut er uns gut?

 

Auch die Hirten auf Felde erschraken zuerst vor dem Glanz des Engels, der ihnen mitten in der Nacht erschien und sagte: Fürchtet euch nicht. Doch als die anderen Engel erschienen, staunten sie nur noch und gingen los zum Stall in Bethlehem, wo Jesus geboren worden war.

 

Gottes Glanz passt sich an; denn er will ja eigentlich nur eins: Trösten und davon erzählen, dass selbst in der kleinsten Hütte das geschehen kann, was Gott immer wieder geschehen lassen will: Es soll wieder hell werden trotz aller Dunkelheit, die war, die ist und die immer wieder sein wird.

 

Gottes Glanz – er ist zu sehen. Ohne ihn wäre alles glanzloser.

Ich sehe ihn in der Natur – dort, wo er besonders im Sonnenuntergang erträglich wird.

Ich sehe ihn dort, wo eine Ärztin erzählt, wie sie Verhungernden versucht hat zu helfen und sehen musste, wie wenig sie tun konnte.

Ich sehe ihn dort, wo mir Angehörige erzählen, wie sich die Gesichtszüge eines verstorbenen Angehörigen entspannten, oder wie sie erzählen, wie ein sterbender Mensch kurz vor dem Ende noch einmal sagte: Es ist gut!

 

Gottes Glanz - er ist wirklich etwas Anderes als der Glimmer, den Medien auf Mächtige oder Erfolgreiche legen können; denn der Glanz menschlicher Macht vergeht, aber der Glanz, der aus Zion leuchtet, bleibt ewig.

 

Wie stellt man sich hinein? Wie geht er auf in unserem Leben?

Wenn wir Gott heilig sein lassen – in seinen Geboten, in den Botschaften seiner Engel und in der Liebe, die er uns in Jesus gezeigt hat.

 

 

Über dir geht auf der HERR,

und seine Herrlichkeit

erscheint über dir.

Jesaja 60,2b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Sonntag nach Epiphanias 2022

Pfarrer Stefan Itzek über "Hat die Coronazeit einen Sinn?" oder

"Von menschlicher und von göttlicher Weisheit"

 

 

 

Lied - Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn, sei gelobet der Name des Herrn.

 

Votum und Wochenspruch: Johannes 1,16 – Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

 

Psalm 100 (740)

Jauchzet dem Herrn, alle Welt! Dienet dem Herrn mit Freuden,

kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, daß der Herr Gott ist!

Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn …

 

Gebet – Stilles Gebet

 

Predigttext 1. Korinther 2, 1-10

Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.

 

Von der Weisheit Gottes

Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Sondern wir reden, wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.

 

Lied - Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst, der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist. - Deine Herrschaft soll kommen, das, was du willst, geschehen. Auf der Erde, im Himmel sollen alle es sehn. Refrain

 

Refrain: Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten… Amen.

 

Gib uns das, was wir brauchen, gib uns heute unser Brot. Und vergib uns den Aufstand gegen dich und dein Gebot. - Lehre uns zu vergeben, so wie du uns vergibst. Lass uns treu zu dir stehen, so wie du immer liebst. Refrain

 

Nimm Gedanken des Zweifels und der Anfechtung fort. Mach uns frei von dem Bösen durch dein mächtiges Wort. - Deine Macht hat kein Ende, wir vertrauen darauf. Bist ein herrlicher Herrscher und dein Reich hört nie auf. Refrain

 

Dank - Fürbittengebet - Vater unser - Segen

 

Lied Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen, geh in seinem Frieden, was auch immer du tust.

Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte, bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst

 

Alte Stunden, alte Tage lässt du zögernd nur zurück, wohlvertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück.

 

Neue Stunden, neue Tage, zögernd nur steigst du hinein, wird die neue Zeit dir passen, ist sie dir zu groß, zu klein?

 

Gute Wünsche, gute Worte wollen dir Begleiter sein, doch die besten Wünsche münden alle in den einen ein:

 

 

Impuls über: Hat die Coronazeit einen Sinn?

 

Wenn ich mir diese Frage in Talkshows vorstelle, würde ich Antwortversuche erwarten wie:

 

  1. Der Sinn liegt darin, dass der Menschheit und all ihrem Wissen deutliche Grenzen aufgewiesen worden sind.
  2. Eine andere Antwort, die ich mir vorstellen könnte, wäre: Es ist ein Stresstest für die Gesellschaft und ihren Zusammenhalt mit ungewissem Ausgang.
  3. Ich habe Antwortversuche gehört wie: Durch diese ermüdende Coronazeit hat endlich einmal die Spaßgesellschaft aufgehört. Man sollte sowieso wieder ernster werden, abstinenter und zur Umkehr bereit.
  4. Andere sagen: Dunkle Mächte wollen die Menschheit reduzieren oder Maskenhersteller oder Impfstoffhersteller wollen einfach viel Geld verdienen.

 

Hat das mit der Weisheit Gottes irgendetwas zu tun? Hat das etwas damit zu tun, dass „der Geist alle Dinge erforscht, auch die Tiefen Gottes?“

 

Ich glaube das ist alles menschliche Weisheit, die mit der Weisheit Gottes überhaupt nichts zu tun hat.

 

Eine über 90-jährige Frau sagte einmal in einer Bibelstunde, in der viel diskutiert wurde, ohne dass es klare Antworten gegeben hätte: „Wenn ich merke, dass ich mit meiner Weisheit am Ende bin, finde ich zu meinem kindlichen Glauben zurück und sage mir: Gott wird’s wohl machen.“

 

Genau da, wo klar wird, dass menschliche Weisheit an ihre Grenzen stößt, beginnt die Weisheit Gottes, die Paulus im Hohen Lied der Liebe klassisch ausgedrückt hat:

 

 

Das Hohelied der Liebe

 

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. … Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. …

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (aus 1. Korinther 13)

 

 

Liebe ist das Größte. Sie zu leben gegenüber jedermann ist unsere Aufgabe, wie aufgeregt auch alles miteinander herumstreitet.

 

Hat Jesus am Kreuz nicht genau das erfahren – dass seine Liebe als zu weltfremd erschien und er deshalb durch die demonstrative Hinrichtung dieser Liebe aussortiert werden sollte?

 

Er tat das wirklich für uns; denn genau wie er am Kreuz allen Erklärungsversuchen – ob nun wissenschaftlich oder querdenkerisch – abstarb, so lädt er uns heute dazu ein, allen menschlichen Erklärungsversuchen abzusterben und der Liebe Gottes einfach ganz und gar zu vertrauen.

Jesus lebt, aber er wird heute immer auch noch gekreuzigt. Genau da, wo das geschieht, lebt er ja und trägt das Kreuz mit.

Ich finde diesen Weg gut. Und er ist heute genau so leicht wie genau so schwer zu gehen wie zu allen Zeiten. Da soll man die Coronazeit einfach auch nicht überschätzen.

 

Schön ist, dass der Weg Jesu nicht nur in einer ewigen Wiederholung der Erfahrung besteht, dass die Liebevollen an der Welt immer leiden müssen.

Schön, dass er uns in der Auferstehung aus dem Tod einen Ausblick in seinen ewigen Frieden hinein geschenkt hat, wenn auch nur durch einen dunklen Spiegel hindurch.

Amen

 

 

 

 

 

Sonntag: 1.nach Epiphanias

Datum: 9.1.2022

Ort: Kniebis

Predigttext: Jesaja 42,1-4

 

Liebe Gemeinde,

wenn alles in Ordnung ist, wenn es einem gut geht, dann fällt einem nicht auf, dass Recht herrscht.

Recht bemerken wir eigentlich erst, wenn es fehlt.

Recht fällt erst auf, wenn es verletzt wird.

und wenn Unrecht aufkommt, dann wird fehlendes Recht bitter deutlich.

Aber wer fordert dann das Recht wieder ein, ja wer stellt Recht wieder her?

Dazu braucht es Menschen, die ein Gespür, ja ein Verlangen nach Recht und Gerechtigkeit haben.

In Israel gab es immer wieder Zeiten, in denen das Recht in Kraft war, in denen es den Menschen gut ging.

Unter König David soll es so gewesen sein.

Unter König Salomo soll es besonders gerecht zugegangen sein.

Mit der Zeit aber, wurden Recht und Gesetz immer beliebiger, selbst die Könige setzten sich darüber hinweg. Und als schließlich die Jahre des Exils kamen, da wurde das Recht vollends mit Füßen getreten, es herrschte Unrecht und Entwürdigung.

Wo war Recht und Gerechtigkeit geblieben?

Die Israeliten flehten zu Gott, er möge ihnen Recht schaffen und seine Gerechtigkeit wieder bei ihnen Geltung finden.

Und Gott hörte sie.

Er versprach, einen zu senden, der der Gottes Recht und Gerechtigkeit wieder zur Geltung bringt.

Das erste der sogenannten Gottesknechtslieder ist unser heutiger Predigttext, der in Jes 42, 1-4 steht. (LUTHER):

Der Knecht Gottes das Licht der Welt

1 Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn - und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen.

2 Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen.

3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.

4 Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.

 

Ein auserwählter Knecht? Das Wort Knecht weckt vermutlich in den Meisten von uns Vorstellungen von Knechten in der Landwirtschaft früherer Tage, die ohne eigenes Recht dem Hofbesitzer dienstbar sein müssten. Weckt Vorstellungen von Arbeitssklaven in Fabriken, von unterwürfige Menschen. Und Auserwählte? Das sind die, die im Glanz stehen, denen alles zu Füßen liegt, die elected People, die Winner von Deutschland sucht den Superstar, erwählt von den Juroren, gepriesen von den Massen.

Das aber ist hier gar nicht gemeint. Der Knecht ist eigentlich in unser heutiges Deutsch übersetzt der Prokurist oder der Generalbevollmächtigte. Wenn er handelt, dann handelt der Chef. Sein Wort, ist das Wort des Herrn. Sein Wort ist Gottes Wille. Und damit ist er eben auch der Auserwählte, der die Last der Verantwortung mittragen muss. Auserwählt sein heißt ja nicht mit Gold überschüttet werden und die Hände in den Schoß legen. Nein, Auserwähltsein ist vielfach mehr Last als Lust. Das hat das Volk Israel häufig schmerzlich erfahren.

Dieser Gottesknecht, er handelt mit einer Beauftragung. Mit Brief und Siegel sozusagen, sein Siegel ist der Geist Gottes, der in ihm wohnt und die unumstößliche Gewissheit, dass Gott an ihm festhält, ihn hält. Der Auftrag: das Recht unter die Heiden bringen. Den Deportierten in Babylonien und allen Völkern dieser Erde.

Gottes Recht? Das ist eine andere Rechtsauffassung als die gewöhnliche. Das fängt damit an, dass alle Menschen gleiche Würde haben, dass es nur einen gibt, der der Herr ist Gott selbst. Jedes Leben ist wichtig, jeder ist Gott lieb, jeder hat darum das gleiche Recht. Nicht die menschliche Hierarchie macht ein Leben aus, sondern die Liebe Gottes. Immer wieder wird das in der Bibel betont: Fremdling, Flüchtling, Sklave – sind keine Untermenschen, sondern Gottes geliebte Kinder und sind auch dementsprechend zu behandeln. Witwe und Waise, haben ein Recht auf Hilfe, weil sie in gleicher Weise zu Gott gehören wie alle Menschen. Das Recht der Liebe Gottes soll der Gottesknecht durchsetzen, aber er hat dazu keine weltliche Macht. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen.

Keine Aufmärsche keine Propaganda, schon gar keine militärische Macht. Der Gottesknecht hatte sie nicht bekommen, denn Gewalt entspricht nicht der Liebe Gottes.

Zu Recht haben die Christen dieses Gottesknechts Lied auf Jesus von Nazareth bezogen. In ihm ist dieser verheißene Gottesknecht lebendig und greifbar geworden. Seine Liebe hat Menschen wiederaufgerichtet. Er kam ohne äußere Macht und Gewalt, im Gegenteil. Er, der denen über die der Stab schon gebrochen war, die Verurteilt waren von der Menge die Vergebung Gottes zugesprochen hat und sie wiederaufrichtete und zu freien Menschen machte, er wurde das Opfer von Macht und Gewalt, von falschem Rechtsgebrauch.

Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung.

Eine große Verheißung. Aller Welt Enden warten auf seine Weisung. Überall auf der Welt will sich Gottes Recht Bahn brechen. Der Gottessohn ist nicht zerbrochen, sondern auferstanden. Sein Licht ist nicht verloschen, sondern leuchtet weiter. Leuchtet in seinen Menschen, seinen Gefolgsleuten, seiner Kirche.

Handlanger Gottes sein, heißt im Namen der Freiheit, im Namen der Gerechtigkeit, im Namen der Liebe dienen.

Deshalb mischen sich Gemeinden ein, deshalb bringen sie ihre Kräfte ein für den Dienst am Reich Gottes. Von der Liebe Gottes weiterzusagen, sich einzusetzen für die, die übersehen werden. Trost zu bringen den Traurigen, Mut zum Leben zu machen. Denn Gott hat uns zuerst geliebt.

Amen.

Aphorismen zum Thema Gebet

Beten – Gebet – Aphorismen

 

Die Macht des Gebetes liegt in der Ruhe, die nach ihm auf unser Inneres sich breitet. - Karl Ferdinand Gutzkow, (1811 - 1878), deutscher Schriftsteller

 

"Gebete werden nach dem Gewicht und nicht nach der Länge gemessen." - Charles Haddon Spurgeon, (1834 - 1892), englischer Theologe

 

Betet füreinander! Mit treuem Beten werden wir alles überwinden. - Huldrych (Ulrich) Zwingli, Schweizer Theologe, ab 1522 Reformator

 

Leidet jemand unter euch, so bete er, geht es ihm wohl, so singe er Loblieder. - Jakobus 5.13

 

Das Gebet ist eine Himmelsleiter. Auf steigt das Gebet und herab steigt Gottes Erbarmen. - Augustinus Aurelius, (354 - 430), Bischof von Hippo

 

Man sollte nur immer um Kraft beten. - Walter Flex, (1887 - 1917), deutscher Dichter der Jugendbewegung

 

Lieber Gott, nimm alle bösen Menschen in den Himmel, damit wir Frieden haben auf der Welt. - Gebet eines Kindes beim Ausbruch des Libanon-Krieges

 

Die Sehnsucht betet stets, auch wenn die Zunge schweigt. Wann schläft das Gebet ein? Wenn die Sehnsucht erkaltet. - Augustinus Aurelius, (354 - 430), Bischof von Hippo

 

Indem wir Gott um Hilfe bitten, lernen wir diese Hilfe finden. - Jean-Jacques Rousseau, (1712 - 1778)

 

Frage an einen enttäuschten Beter: Warum wird Gott so selten erhört? - Beat Rink, (*1957), Schweizer Theologe und Aphoristiker

 

Kürzer sind die Gebete im Bett. Aber inniger. - Rainer Maria Rilke, (1875 - 1926), österreichischer Lyriker

 

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist die Tat, die nicht ersetzt werden kann. - Dietrich Bonhoeffer, (1906 - 1945), evangelischer Widerstandskämpfer im Dritten Reich, am 9.4.1945 in Flossenbürg hingerichtet

 

Das auswendig gelernte Gebet aus der Kindheit liegt, einem umgewechselten Geldstück gleich, oft lange … in der Seele des Menschen, bis ein Moment es ihn verstehen lehrt und er sich plötzlich im Besitz eines Schatzes sieht, der alle Not des Augenblicks beendet. - Julie Burow, (1806 - 1868), deutsche Schriftstellerin

 

Das Gebet macht uns zu Freunden Gottes. - Thomas von Aquin, (1224 - 1274), Dominikanerpater

 

Das Gebet ist die Tür aus dem Gefängnis unserer Sorge. - Helmut Gollwitzer, (1908 - 2000), evangelischer Theologe

 

Wer nicht am Morgen betet, ist arm den ganzen Tag. - Alter Spruch

 

Gebet besteht nicht in dem Bemühen Gott zu erreichen, sondern darin, unsere Augen zu öffnen und zu erkennen, dass wir schon bei ihm sind. - Thomas Merton, (1915 - 1968), Trappistenmönch

 

Bete und arbeite! Gott ist anwesend ohne Verzug. - Ora et labora, deus adest sine mora. - Quelle : Wahlspruch der Benediktiner

 

Im Gebet lösen sich nicht alle Probleme, aber im Gebet löse ich mich von allen Problemen. - Unbekannt

 

Bete, als hülfe kein Arbeiten. Arbeite als hülfe kein Beten. - Deutsches Sprichwort

 

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet. - Römer 12.12

 

Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden. - Joel 3.5

 

Gebet bewegt den Arm Gottes. - Unbekannt

 

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. - Matthäus 6.6

 

Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr's empfangen. Matthäus 21.22

 

Fürbitten heißt: jemanden einen Engel senden. - Martin Luther, (1483 - 1546), deutscher Theologe

 

Die besten Gebete bestehen mehr aus Seufzern als aus Worten. - John Bunyan, (1628 - 1688)

 

Gebet des Sportlers: "Herr, wenn ich siege, gib mir die Demut, nicht damit zu prahlen. Wenn ich verliere, gib mir den Anstand, nicht nach Ausflüchten zu suchen." -  Quelle : »Prayers of Hope«

 

Das Gebet ändert nicht Gott, sondern den Betenden. - Søren Aabye Kierkegaard, (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller