Ewigkeitssonntag im Martin-Haug-Stift

 

Votum - Begrüßung Lukas 12,35 - Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen

 

1. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir stets ohne Ruh: Heilig, heilig, heilig! zu.

 

Psalm 126 - Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan! Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Herr, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

 

Gebet zum Eingang - Stilles Gebet

 

1. Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Refrain: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

2. Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach, Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das Du uns geschaffen hast.

5. Lass warm und still die Kerzen heute flammen, die Du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

 

Predigttext und Predigt – Jesaja 65, 17-19 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.

 

1. Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart; Ich geb' mich hin dem freien Triebe, wodurch auch ich geliebet ward; Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

5. O Jesus, dass Dein Name bliebe Im Grunde tief gedrücket ein! Möcht Deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk, in allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen.

 

Verlesung der Verstorbenen

 

Römer 8,38-39 - Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

 

Fürbittengebet – Vaterunser - Segen

 

9. Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe. Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

10. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott!

 

Impuls über: Nach vorne schauen –

 

das sagen viele Politiker gerade immer wieder. „Wir wollen nach vorne schauen“, sagen sie und manche sind dabei so ehrlich, dass sie sagen, dass eben manches nicht so gut gelaufen ist, wie man sich das gewünscht hat. Und viele sehen das ein und sind bereit so manches zurückzulassen. Warum ist das so?

Ich glaube es ist ganz einfach deshalb so, weil man, wenn man alles, was nicht so gut war, immer weiter mitschleppen würde, es einfach zu schwer werden würde. Wir schaffen es nicht – und weil es allen so geht, sind eben auch viele bereit da mitzugehen und verzeihen einfach, weil es besser ist. Es entlastet und man nimmt sich ja auch vor, es besser zu machen.

 

Nach vorne schauen – auch unser Besinnungstext fordert uns dazu auf, aber ganz anders, als es Politiker tun können.

 

… Verlesung des Textes …

 

Wir sollen einen neuen Himmel und eine neue Erde sehen und nicht mehr auf das schauen, was war. Es soll uns nicht mehr belasten.

 

Gilt das auch für die Trauer, die in vielen groß geworden ist? Können und sollen wir sie einfach zurücklassen? Kann man sie denn einfach so abschütteln?

 

Ich glaube nicht, dass das so funktioniert. Wir dürfen über die Verstorbenen trauern. Wir dürfen zurückdenken an gute Zeiten mit ihnen. Wir dürfen von der goldenen Zeit der Liebe und des gelingenden Lebens sprechen.

Denn – auch wenn wir wissen, dass früher nicht alles wirklich besser gewesen ist – Zeiten verklären sich. Sie folgen einem inneren Ruf der Sehnsucht nach Frieden und Glück.

Und genau das, was wir mit diesem verklärenden Blick zurück sehen, verspricht uns Gott für die Zukunft. Er verspricht uns eine goldene Zukunft. Dort wird es keinen Tod mehr geben, kein Corona, keinen Stress und keine Lieblosigkeit, denn es wird Gottes Königreich sein, wo es den dunklen Mächten in uns oder um uns nicht mehr möglich sein wird, auch nur einen Mucks zu sagen.

 

Wir dürfen nach vorne schauen; denn Jesus hat uns am Kreuz von aller Last des Vergangenen befreit; und er will es unserer Seele leicht machen einen so schönen Blick in die kommende Welt zu werfen, dass wir uns schon manchmal da hinein träumen können.

 

Das ist schon ernst gemeint und nicht übertrieben vom Propheten Jesaja: Gott spricht: Siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.

 

Und jetzt?

 

Wir leben in der Gegenwart und da darf noch geklagt werden; denn auch Klagen befreit. Aber ist es nicht schön, dass unsere manchmal so schwere Gegenwart umgeben ist vom Wissen um verklärte Zeiten in der Vergangenheit (s.a. Paradies) und goldene Zeiten in der Zukunft?

Schön ist es, dass wir umgeben sind von Bildern wunderbarer Zeiten. Noch schöner ist es, dass auch unsere Gegenwart jetzt und hier umarmt ist von der Liebe Gottes, die er uns in Jesus Christus gezeigt hat.

 

Liebe Gottesdienstinteressierte,

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Der Gottesdienst steht im Ganzen mit Liedtexten und Predigt auf dieser Homepage.

 

Für den  Kirchengemeinderat Kniebis
Pfr. Stefan Itzek

Aphorismen zum Thema Gebet

Beten – Gebet – Aphorismen

 

Die Macht des Gebetes liegt in der Ruhe, die nach ihm auf unser Inneres sich breitet. - Karl Ferdinand Gutzkow, (1811 - 1878), deutscher Schriftsteller

 

"Gebete werden nach dem Gewicht und nicht nach der Länge gemessen." - Charles Haddon Spurgeon, (1834 - 1892), englischer Theologe

 

Betet füreinander! Mit treuem Beten werden wir alles überwinden. - Huldrych (Ulrich) Zwingli, Schweizer Theologe, ab 1522 Reformator

 

Leidet jemand unter euch, so bete er, geht es ihm wohl, so singe er Loblieder. - Jakobus 5.13

 

Das Gebet ist eine Himmelsleiter. Auf steigt das Gebet und herab steigt Gottes Erbarmen. - Augustinus Aurelius, (354 - 430), Bischof von Hippo

 

Man sollte nur immer um Kraft beten. - Walter Flex, (1887 - 1917), deutscher Dichter der Jugendbewegung

 

Lieber Gott, nimm alle bösen Menschen in den Himmel, damit wir Frieden haben auf der Welt. - Gebet eines Kindes beim Ausbruch des Libanon-Krieges

 

Die Sehnsucht betet stets, auch wenn die Zunge schweigt. Wann schläft das Gebet ein? Wenn die Sehnsucht erkaltet. - Augustinus Aurelius, (354 - 430), Bischof von Hippo

 

Indem wir Gott um Hilfe bitten, lernen wir diese Hilfe finden. - Jean-Jacques Rousseau, (1712 - 1778)

 

Frage an einen enttäuschten Beter: Warum wird Gott so selten erhört? - Beat Rink, (*1957), Schweizer Theologe und Aphoristiker

 

Kürzer sind die Gebete im Bett. Aber inniger. - Rainer Maria Rilke, (1875 - 1926), österreichischer Lyriker

 

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist die Tat, die nicht ersetzt werden kann. - Dietrich Bonhoeffer, (1906 - 1945), evangelischer Widerstandskämpfer im Dritten Reich, am 9.4.1945 in Flossenbürg hingerichtet

 

Das auswendig gelernte Gebet aus der Kindheit liegt, einem umgewechselten Geldstück gleich, oft lange … in der Seele des Menschen, bis ein Moment es ihn verstehen lehrt und er sich plötzlich im Besitz eines Schatzes sieht, der alle Not des Augenblicks beendet. - Julie Burow, (1806 - 1868), deutsche Schriftstellerin

 

Das Gebet macht uns zu Freunden Gottes. - Thomas von Aquin, (1224 - 1274), Dominikanerpater

 

Das Gebet ist die Tür aus dem Gefängnis unserer Sorge. - Helmut Gollwitzer, (1908 - 2000), evangelischer Theologe

 

Wer nicht am Morgen betet, ist arm den ganzen Tag. - Alter Spruch

 

Gebet besteht nicht in dem Bemühen Gott zu erreichen, sondern darin, unsere Augen zu öffnen und zu erkennen, dass wir schon bei ihm sind. - Thomas Merton, (1915 - 1968), Trappistenmönch

 

Bete und arbeite! Gott ist anwesend ohne Verzug. - Ora et labora, deus adest sine mora. - Quelle : Wahlspruch der Benediktiner

 

Im Gebet lösen sich nicht alle Probleme, aber im Gebet löse ich mich von allen Problemen. - Unbekannt

 

Bete, als hülfe kein Arbeiten. Arbeite als hülfe kein Beten. - Deutsches Sprichwort

 

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet. - Römer 12.12

 

Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden. - Joel 3.5

 

Gebet bewegt den Arm Gottes. - Unbekannt

 

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. - Matthäus 6.6

 

Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr's empfangen. Matthäus 21.22

 

Fürbitten heißt: jemanden einen Engel senden. - Martin Luther, (1483 - 1546), deutscher Theologe

 

Die besten Gebete bestehen mehr aus Seufzern als aus Worten. - John Bunyan, (1628 - 1688)

 

Gebet des Sportlers: "Herr, wenn ich siege, gib mir die Demut, nicht damit zu prahlen. Wenn ich verliere, gib mir den Anstand, nicht nach Ausflüchten zu suchen." -  Quelle : »Prayers of Hope«

 

Das Gebet ändert nicht Gott, sondern den Betenden. - Søren Aabye Kierkegaard, (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller