Gottesdienste im Freien auf dem Friedhof Kniebis und per Telefon

Liebe Gottesdienstinteressierte,

am 16.1.2022, 23.1.2022 und 30.1.2022 finden unsere Gottesdienste um 10 Uhr im Freien auf dem Friedhof Kniebis statt.

Um 11 Uhr können Interessierte sich zu einem Telefongottesdienst einwählen.

Die Telefonnummer zum Einwählen ab 10.45 Uhr lautet:

06151 275 224 672. PIN-Nummer 7212. 

Der Gottesdienst steht im Ganzen mit Liedtexten und Predigt auf https://ev-kirche-freudenstadt.de/kniebis/gottesdienste

Herzliche Grüße - Pfarrer Stefan Itzek

 

Zur Zeit sollten nicht mehr als 40 Personen kommen.

Im Gottesdienst darf mit Maske gesungen werden.

Während des Gottesdienstes muss ein Mund-Nasen-Schutz (medizinische Maske oder FFP2-Maske und höher) getragen werden.

Wir bemühen uns um eine musikalisch ansprechende Gestaltung.

Der Gottesdienst dauert nicht länger als 30 Minuten.

2. Sonntag nach Epiphanias 2022

Pfarrer Stefan Itzek über "Hat die Coronazeit einen Sinn?" oder

"Von menschlicher und von göttlicher Weisheit"

 

 

Impuls über: Hat die Coronazeit einen Sinn?

 

Wenn ich mir diese Frage in Talkshows vorstelle, würde ich Antwortversuche erwarten wie:

 

  1. Der Sinn liegt darin, dass der Menschheit und all ihrem Wissen deutliche Grenzen aufgewiesen worden sind.
  2. Eine andere Antwort, die ich mir vorstellen könnte, wäre: Es ist ein Stresstest für die Gesellschaft und ihren Zusammenhalt mit ungewissem Ausgang.
  3. Ich habe Antwortversuche gehört wie: Durch diese ermüdende Coronazeit hat endlich einmal die Spaßgesellschaft aufgehört. Man sollte sowieso wieder ernster werden, abstinenter und zur Umkehr bereit.
  4. Andere sagen: Dunkle Mächte wollen die Menschheit reduzieren oder Maskenhersteller oder Impfstoffhersteller wollen einfach viel Geld verdienen.

 

Hat das mit der Weisheit Gottes irgendetwas zu tun? Hat das etwas damit zu tun, dass „der Geist alle Dinge erforscht, auch die Tiefen Gottes?“

 

Ich glaube das ist alles menschliche Weisheit, die mit der Weisheit Gottes überhaupt nichts zu tun hat.

 

Eine über 90-jährige Frau sagte einmal in einer Bibelstunde, in der viel diskutiert wurde, ohne dass es klare Antworten gegeben hätte: „Wenn ich merke, dass ich mit meiner Weisheit am Ende bin, finde ich zu meinem kindlichen Glauben zurück und sage mir: Gott wird’s wohl machen.“

 

Genau da, wo klar wird, dass menschliche Weisheit an ihre Grenzen stößt, beginnt die Weisheit Gottes, die Paulus im Hohen Lied der Liebe klassisch ausgedrückt hat:

 

 

Das Hohelied der Liebe

 

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. … Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. …

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (aus 1. Korinther 13)

 

 

Liebe ist das Größte. Sie zu leben gegenüber jedermann ist unsere Aufgabe, wie aufgeregt auch alles miteinander herumstreitet.

 

Hat Jesus am Kreuz nicht genau das erfahren – dass seine Liebe als zu weltfremd erschien und er deshalb durch die demonstrative Hinrichtung dieser Liebe aussortiert werden sollte?

 

Er tat das wirklich für uns; denn genau wie er am Kreuz allen Erklärungsversuchen – ob nun wissenschaftlich oder querdenkerisch – abstarb, so lädt er uns heute dazu ein, allen menschlichen Erklärungsversuchen abzusterben und der Liebe Gottes einfach ganz und gar zu vertrauen.

Jesus lebt, aber er wird heute immer auch noch gekreuzigt. Genau da, wo das geschieht, lebt er ja und trägt das Kreuz mit.

Ich finde diesen Weg gut. Und er ist heute genau so leicht wie genau so schwer zu gehen wie zu allen Zeiten. Da soll man die Coronazeit einfach auch nicht überschätzen.

 

Schön ist, dass der Weg Jesu nicht nur in einer ewigen Wiederholung der Erfahrung besteht, dass die Liebevollen an der Welt immer leiden müssen.

Schön, dass er uns in der Auferstehung aus dem Tod einen Ausblick in seinen ewigen Frieden hinein geschenkt hat, wenn auch nur durch einen dunklen Spiegel hindurch.

Amen

 

 

 

 

 

Einladung zum Hausgebet

Wir laden täglich mit Glockengeläut um 18.00 Uhr ein zu einem Hausgebet.

Sie können dazu kurz still werden oder auch ein Gebet sprechen, zum Beispiel das Vater unser.

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe

wie im Himmel

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

 

Matthäusevangelium 6,9-13